Jahreswechsel

Gestern hab ich noch was zur Post gebracht und folgende Szene beobachtet:
Eine Frau steht am Schalter und holt jede Menge Briefe aus einer leinernen Einkaufstasche. „Das sind Totenbriefe“ sagt sie mit rauher Stimme, „die müssen noch heute raus…“ der Postbeamte nickt und legt die Stapel weißer Briefe seperat zum Frankieren. Die Frau zahlt und geht dicht an mir vorbei aus der Post. Sie sieht unendlich traurig aus und ich möchte ihr eigentlich etwas Tröstendes sagen, aber sie ist schon an mir vorbei.
Fast schlagartig wird mir bewusst, wieviel Glück ich dieses Jahr hatte. Kein einziger solcher Trauerbrief ist 2011 in meinem Briefkasten gelandet, was bedeutet, alle, die mir lieb sind, leben noch. Was für ein Glück!

Dann habe ich heute Nachmittag auf Arte einen Bericht aus Japan gesehen. Dort singen 10 000 Menschen jedes Jahr zu Sylvester die „Daiku“ die 9.Symphonie von Beethoven.
Dieses Jahr waren noch einmal Tausende aus dem Gebiet um Sendai ( das besonders hart durch Erdbeben und Tsunami getroffen wurde) life dazugeschaltet und haben mitgesungen. Sehr berührend !
„Ich habe mir während des Singens gewünscht, dass alles erfahrene Leid, aller Kummer dieses Jahres, umgewandelt wird in diese unsterbliche Lebensfreude….! sagt ein älterer Herr und fügt lächelnd hinzu: “ Morgen beginnen die Vorbereitungen und Proben für die „Daiku 2012!“
Genau diese innere Freude und diesen Optimismus wünsche ich Euch und mir auch für 2012.

Leider ist das Video http://www.arte.tv/de/244,em=045917-000.html auf Arte (noch) nicht verfügbar.

Dafür das vom Telekomspot.

Übrigens fänd ich es schön, wenn sich an zukünftigen Sylvestern Menschen auf der Straße zum Singen treffen würden, statt Böller in die Luft zu pulvern.

Das Neue Jahr

Ein Neues Jahr tritt still herein,
mit aller Welt in Frieden.
Vergesse, was an Plag und Pein,
das Alte dir beschieden.

Du lebst, sei dankbar froh und klug,
und wenn drei bösen Tagen,
ein Guter folgt, sei stark genug,
sie alle vier zu tragen.

Was dir das alte Jahr gebracht,
wird auch das Neue bringen.
Es wechselt stets, wie Tag und Nacht,
das Glücken und Mißlingen.

Was Gott Dir schickt, ist wohlgemeint,
Das nimm getrost entgegen,
nicht stets ist schlimm, was schlimm erscheint,
das Schlimmste ist oft Segen

F.W: Weber

Allen Freunden und Lesern ein gesundes und gesegnetes Neues Jahr!

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Mützen und Kelten-Schal

Die beiden voluminösen Baskenmützen sind aus reiner Merinowolle, die Beige setze ich auf, die Blaue ist schon verschenkt und die Besitzerin möchte gern noch einen passenden Schal, aber darauf wird sie bis nach Weihnachten warten müssen, denn ein „Auftragsschal“in dem von mir entworfenen Kelten -Knoten-Design und noch 2 weitere Sockenaufträge lasten mich derzeit aus. Zudem muß noch ein rotes Lacetuch bis Weihnachten fertig, damit eine liebe Blogfreundin nicht traurig ist. 😉
Der „Kelten-Schal“ ist mit 400g wundervoller Alpaka-Wolle von Drops (Andes) mit Nadeln nr 8 gestrickt. ca 32 cm breit, 210 cm lang.
baskenmuetzen
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gelischal

Zeichnungen

In meinen Bildern findet man schon seit Jahren nur noch selten Menschen. Allerdings zeichne ich, wenn ich so für mich hin kritzele, (am Telefon oder wenn ich Musik höre) sehr oft Gesichter.
So entstand der „Indianer“ während eines längeren Telefongesprächs mit fast leeren Kuli auf 100g Papier und die Serie kleiner Gesichterskizzen nebenbei, während ich Radio hörte, und auf einen besonderen Radiobericht wartete.
kritzelei
gesichtetr2
Das Bleistift-Portrait nach einem winzigen Schwarzweiss-Foto habe ich vor einigen Jahren im Auftrag für einen Bekannten gezeichnet.
Portr.1