wie der Flug eines Sperlings

x Prolog x

Wenn wir die Zeit des Lebens, die uns auf Erden beschieden ist,  
mit jener vergleichen, die uns unbekannt, im Dunkel liegt,
so erscheint mir diese Spanne wie der kurze Flug eines Sperlings, 
der sich im Winter in einen festlich, geschmückten Saal verirrt.

 

Nach einem kurzen Augenblick der Wärme und des Glanzes
entschwindet er wieder in die winterliche Welt aus der er gekommen.
Gleich ihm betritt der Mensch die irdische Bühne nur für einen Atemzug,
und was davor war und was folgen wird, das bleibt uns verborgen.

 x

spatz

Prolog aus der 10. Folge der Serie „The Tudors“
Nach dem Gedächtnis aufgeschrieben, da ich dies Sequenz nicht bei Youtube finden konnte.  Im Film entsteht der Eindruck Henry VIII habe das kurz vor seinem Tod gesagt, aber ich weiß definitiv nicht von wem es ist. Für mich hört es sich sehr nach Shakespeare an.  
Ich wäre dankbar wenn jemand den Verfasser kennen würde und mich ein wenig schlauer macht.

Es gibt so Tage

Es gibt so Tage..
Da hab ich so traurige Gedanken,
dass ich es kaum aushalten kann.
Da hilft auch kein „Sich zur Ordnung rufen“,
kein Begraben der Erinnerungen
Kein Abschließen mit der Vergangenheit,
kein „War bestimmt besser so!“
und „Es wär bestimmt nicht mehr lange gut gegangen!“
Da nutzt kein “ dem Anderen und sich selbst Verzeihen“
Kein versöhnliches Lächeln.

Es gibt so Tage..
Da nehme ich das Weh wahr,
das ich in Nacken und Schultern gedrängt habe,
weil mir das „Kopfhochhalten“
und „nach vorn blicken“ so schwer fällt.
Da spüre ich mein betäubt geglaubtes Herz
an den Narben zerren, die es fesseln und ruhig halten.

„Es gibt eben so Tage!“
Sage ich dann und betrachte mit brennenden Augen
das zerzauste, alte, wilde Herz,
wie es unerbittlich weiter schlägt,
in seinem bleiernen Käfig aus Untröstlichkeit.
Man stirbt nicht einfach an gebrochenem Herz.
Wie schrecklich wahr:
Mit gebrochenem Herzen muss man leben,-
auch an solchen Tagen.

© A.V