Lied im Wind

LIED IM WIND

Mein Leben ist ein leises Lied im Wind.
Ich töne wohl in euren breiten Gassen;
doch weil sie lautem Lärm verfallen sind,
kann euer Herz mich nimmer fassen.
Nur hin und wieder horcht ein Sonntagskind,
fängt auf mein Lied und will es nimmer lassen,
singt es mit mir hinein in Sturm und Wind
und trägt mit mir die Liebe in das Hassen.

(Alfons Pezold)

Für alle „Wahr“-Sager,- Schreiber,-Sänger, Maler, Karrikaturisten und heute für Günter Grass,
dessen umstrittenes Günter Grass: „Was gesagt werden muss““ Gedicht man hier nachlesen kann.

Frühlingsahnung

Frühlingsahnung

Noch trägt er einen Regenhut
zum Cape aus Nebelgrau,
doch drunter blitzen grüngemut
Schneeglöckchenschuhe, schau!

Heute Nacht, da hört ich ihn,
wispern mit Frau Weide
und heute morgen schien
sie mir jung, im Silberkätzchenkleide.

Auch die alte Haselnuss
will es noch mal wissen,
trägt ihren goldenen Hochzeitsschmuck
und lässt sich von ihm küssen.

Die schwarzen Amseln frieren noch
im amtlichen Gefieder,
doch insgeheim, üben sie doch
schon Auferstehungslieder.

Bald schon wird die brache Erde
grüne Knospen zeigen,
dass sie fein gezieret werde
zum Frühlingsblütenreigen

©Anne Varnhorn

schneegl

Zeit- Fragen

 

zeitgeist 
Photoshop-Grafik basierend auf einem Ölbild von Siegfried Zademack

Wohin geht meine Zeit?

Ich hab sie mal wieder verschwendet!
Hätte jemand anders sie besser genutzt?
Sie zum Geschichte machen verwendet?
Vielleicht ganz gründlich die Wohnung geputzt?

Wann kommt meine Zeit?  


© für Text und Bild Anne Varnhorn

Ich bin Ich

Ich bin ich
Wolf der alleine heult,
Gegen-den-Strom-Schwimmer,
Andersmacher,
Selbermacher,
Alleingänger
Sonderling,
Rufer in der Wüste des Gleichmut
Ein Stachel im Fleisch der Routiniers.
Sand im Getriebe der Gesellschaft,
Ruhestörer,
mit Ecken und Kanten,
zu rund für das Eckige,
Spaßvogel im Miesmachernest,
Träne im Emotionsozean,
Einzelstück in Massenware,
In Drachenblut Badende,
immer noch verwundbare
Liebhaberin des Lebens,
Das bin ich.

tara

Text und Bild ©Anne V.1998

ich bin nicht zu sehen

Früher,
als kleiner Mensch,
hab ich geglaubt:
man könne mich nicht sehen,
wenn ich mir die Augen zuhielte.

Man könne mich nicht hören,
wenn ich meine Ohren zuhielte

Die Welt würde stiller,friedlicher werden
wenn ich meinen Mund hielte.

Wie dumm und naiv ich war!

Heute,
als erwachsener Mensch,
zweifel ich am Glauben.

Ich öffne meine Augen weit,
lass mich blenden vom Glanz der Welt
bis ich blind bin und man mich im Schatten nicht sieht!

Ich lasse jeden Laut in meine Ohren,
bis ich taub bin für die mahnenden Stimmen
und die eindringlichen Gesänge der Freiheit.

Ich öffne meinen Mund um zu rufen,
aber ein Sturm von Schreien weht meine Stimme ins Nichts.

Ich bedecke meine Augen…..!

Wie dumm und naiv ich bin !

© ANNES