Am Sonntag Morgen

Eine meiner frühesten Kinheitserinnerungen duftet warm nach frischgebrühtem Kaffee und aufgebackenen Brötchen.

Es ist Sonntag.
In aller Frühe hat mein Papa Frühstück gemacht.
Nachher wollen wir zur Kirche. Seit den 60er Jahren darf man ja noch Frühstücken bevor man zur Kommunion geht, davor musste man nüchtern in die Messe.

Meiner Mama hat er schon einen Kaffee ans Bett gebracht und nun sitzen wir am Küchentisch und halten Frühstück.

Im Radio läuft NDR 2. Das Hafenkonzert. Das hört mein Papa gern und wir Kinder auch.

Nachher werden wir zur Kirche gehn.
Mittags wird es einen Sonntagsbraten geben, und einen Nachtisch. Selbstgekochten Schokoladenpudding mit Eischneeflocken oder selbstgemachtes Bananen – Eis. Köstlich!

Aber erst wird gefrühstückt. Sonntags um Halbsieben in der Früh: Wir erzählen und lachen und dazu spielt das Radio Lieder von der „Waterkant und dem Binnenland“!
Hans Albers hörte mein Vater besonders gern. „Mach mal lauter, bitte! sagte er dann und einer von uns drehte das Radio lauter.
„Nimm mich mit Kapitän auf die Reise…“

Heute wäre mein Papa 81 geworden.

5 Gedanken zu “Am Sonntag Morgen

  1. liebe anne,
    schöne erinnerungen hast du niedergeschrieben. ähnlich habe ich auch, wenn auch nicht so harmonisch.
    aber den duft von kaffee den habe ich noch immer in der nase. irgendwie duftet der kaffee heute nicht mehr so wie damals, auch die musik aus dem radio gab es bei uns. meine eltern kamen aus norddeutschland und lebten im tiefen süden wo sie nie wirklich zuhause waren.
    mein vater sah sogar dem hans albers ähnlich. 2000 starb er.
    hoffentlich hast du noch etwas schlafen können, ich sehe gerade das du es um 4h geschrieben hast. hoffentlich hattest du nicht nur trauer und schmerzen heute nacht sondern konntest vielleicht auch noch schlafen.
    ich wünsche dir ein angenehmes wochenende.
    lg
    astrid

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  2. ach du Liebe,
    Ich schlafe schon ein paar nächte nicht wirklich gut. Meist finde ich erst gegen 5 Uhr ein wenig Ruhe und spätestens um 8 bin ich dann schon wieder munter. Mit den Schmerzen geht es eigentlich und auch die Trauer ist mild. Alles war schon viel schlimmer. Im Moment ist es aushaltbar für mich, dsas ist schon viel wert.

    Es geht mir übrigens so wie dir mit dem Kaffeearoma und ich finde das umso komischer, dass der nicht mehr so gut duftet, wo doch heutzutage so ein Aufriss um den Kaffee gemacht wird und in vielen Haushalten so teure Kaffemaschinen stehen. Da zelebrieren Barristas die hohe Kunst der Kaffezubereitung aber an dem Aroma des, einfach in der Tasse aufgebrühten,handgemahlenen, “ echten “ Bohnenkaffee meiner Oma können die nicht kratzen.
    Sehr liebe Grüße in den Advent
    Anne

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  3. Hallo Anne,

    eine liebe Geschichte hast du uns hier auch liebevoll erzählt.

    So harmonisch ging es bei uns Morgens nicht zu, ich war ein aus-
    gesprochener Morgenmuffel als junges Mädchen und habe die Zähne
    nicht auseinander bekommen. Später hat sich das allerdings grund-
    legend geändert!

    Dir ein gutes Wochenende bei der zweiten Kerze.
    Hubertina

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