Gedankensplitter

„Kunst in der City“ in Diepholz, das ist auch „Kunst in der Provinz“

Ein verschnörkeltes K auf gelbem Fähnchen im Sandeimer weist den Weg zum Suchspiel.
„Kunst im Kommerz“ finden.

Viele „Seh“leute und, als „Zuckerl“ hineingemischt, echtes Interesse, bereichernde Gespräche.

Im Schaufenster ein Gemälde von mir, angelehnt an die Beine zweier Schaufensterpuppen.

Draußen vor dem Fenster zwei große Verkaufsständer mit reduzierter Ware eifrig frequentiert von der jungen, sportlichen Kundschaft.

Das einzige passende in meiner Größe in diesem Geschäft wären Taschen und Tücher…! Sinniger Weise gibt’s Taschen reduziert.

Dicke Frauen sind sowieso unsichtbar! Dicke Künstlerinnen? Warum fühle ich mich so unpassend?

Die angekündigte Führung durch die Geschäfte in denen „Kunst“ hängt, läuft zielstrebig,- an mir vorbei, ins Nachbargeschäft!
Ich fühle mich nicht nur schwer ich tue es auch: schreibt jedenfalls die Kreiszeitung!
Gleich nebenan hatte es sich die Künstlerin Michaela Rieken gemütlich zum Basteln gemacht. Ihre Kreativität kanalisierte sich in den frechen Tonspatzen im Stöber eck. Etwas schwerer in der Konkurrenz mit der aufkommenden Sonne und dem Kaufverlangen hatte es da Anna-Maria Varnhorn aus Vechta, die Versatzstücke der Realität in Öl in der Art des magisch, phantastischen Realismus zwischen konsumiger Esprit-Mode zeigte.

Und, ich fühle mich alt:

Symtomatisch dieser Dialog:

Ein sympathischer, modisch gekleideter junger Mann (ca 30) interessiert beim Anblick des Bildes „versandete Zeit“: „Sie malen so bissel Sci-Fi, oder? Das sieht alles so sci-fi- mässig aus, so no Future!“
Ich, ganz „freundliches Wohlwollen“, stimme ihm nickend zu: Ja, das haben sie gut erkannt, als ich jung war haben wir Surrealismus dazu gesagt!“

Kann mich irgendjemand verstehen, wenn ich schon seit Tagen versucht bin, ganz freundlich, verzweifelter, personifizierter Optimismus, mich beruhigende Worte vor mich hin zu murmeln:
Was ich murmel?
MEERESRAUSCHEN, MEERESRAUSCHEN, MEERESRAUSCHEN, MEERESRAUSCHEN, MEERESRAUSCHEN, MEERESRAUSCHEN !

6 Gedanken zu “Gedankensplitter

  1. hallo anne ,
    in einem geschäft ausstellen ist schwieriger als in einemr aum nur für kunst, aber es hat auch seinen reiz .
    übrigens hatte ich im april auch eine ausstellung in „ kunst in geschäften“ ., meine bilder waren teilweise zwischen büchern, was sehr ablenkt, aber ich hatte 3 schaufenster zur verfügung die sie komplett leer geräumt hatten. kunst versteht auch nicht jeder man braucht eine gewisse sensibilität aber das weißt du sicher auch.
    ich hoffe es hält nicht an, dein gefühl des alt Seins, ich weiß ja nicht wie rund du bist aber rund ist schön und gerade in der kunst, wer malt denn gerne ein mager modell? ein akt braucht körperfülle
    aufmunterte grüße
    astrid

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  2. hallo Astrid,
    hab Dank für deine Aufmunterung. Bis dato habe ich mich immer selbst am Schopf aus dem Sumpf gezogen, in den letzten Monaten will es mir nicht so recht gelingen. Ich versuche mich zu trösten, es könnte ja noch schlimmer sein…usw., du wirst das kennen. Im Moment gelingt es mir nicht recht. Bin ich zu anspruchsvoll wenn ich denke es könnt auch mal ein wenig leichter sein?
    sehr liebe Grüße Anne

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  3. liebe anne,
    ich denke das du nicht zu anspruchsvoll bist, aber das leben ist manchmal richtig schwierig und im unserem alter kann es auch sonst noch unangenehm sein, man muss damit leben egal wie und du bekommst es auch hin du bist malerin, male soviel du kannst. es tut einfach gut wenn man malt. wegen der ausstellung solltest du nicht traurig sein falls du nichts verkauft hast, solche ausstellungen sind eher da um bekannter zu werden… wichtig ist auch das du an dich denkst und dich verwöhnst. gehe ins kino,lade deine freundinen ein, zum frauenabend, wenn du es magst. wenn du einen partner hast macht was schönes zusammen. aber sei gut zu dir es wird dir helfen.
    ich weiss es wird dir auch wieder besser gehen man muss nur etwas geduld haben. das leben ist wie eine sinuskurve es geht auch wieder aufwärts.
    ich drücke dich ganz fest wenn ich darf.
    hab eine gute nacht.
    astrid

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