Stoppelmarkt

Wieder einmal ist der Wahnsinn über die kleine, norddeutsche Stadt in der ich lebe, hereingebrochen.

Es ist Stoppelmarkt!

Das heißt: kollektives Besäufnis bis zur Besinnungslosigkeit und ohne Sperrstunde die nächsten 5 Tage. Stoppelmarkt wird sich besoffen über alle Standes- und etnische Grenzen hinweg. Der, sonst wegen seiner mangelnden Artikulationsfähigkeit, eher zurückhaltende Vechtaraner, kommt aus seinem verbalen Schneckenhaus und zieht gröhlend und lallend auf die Westerheide um sich die Kante zu geben.

Firmen haben Betriebsurlaub während dieser Tage, die Banken und Schulen sind geschlossen, Geschäfte machen am Montag dicht. Vechta liegt im Salz. Komasaufen als Volkssport. Ich möchte nicht wissen wieviel Deppen in den nächsten 5 Tagen wieder gezeugt werden, denn der Wahn ist geschlechtsübergreifend. Besoffene Männer find ich schon schlimm, betrunkene Frauen find ich ekelhaft. Und hier ist weder Männchen noch Weibchen zu alkoholischen Kompromissen bereit. Ziel ist es möglichst schnell voll zu sein. Man kann dem Treiben nur durch Flucht in mehrere hundert Kilometer entfernte Gebiete entkommen.

*g* Ich bin dann mal weg!

6 Gedanken zu “Stoppelmarkt

  1. Hallo Leidensgenossin,

    bei uns im Dorf gibt es diesen staatl. geförderten Irrsinn auch jedes Jahr. Diesmal bin ich in die Berge geflüchtet und hab mir damit viel Stress erspart halt durch – in ein paar Tagen ist es wieder überstanden – und für nächstes Jahr kannst du ja rechtzeitig deine Abwesenheit planen. 😉

    mlg reinhold

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  2. Hallo Reinhold,
    schön mal wieder von dir zu hören.
    In meiner Jugend habe ich auf dem Stoppelmarkt immer gearbeitet, und jahrzehntelang bin ich immer zu Stoppelmarkt nach Hause gefahren um meine Freunde aus der Schulzeit zu sehen. Wir waren auch keine sauertöpfischen Nichttrinker, ganz bestimmt nicht. Aber, es ging mehr ums Feiern, sich Treffen ect., als ums saufen. Heute treffen sich schon die 15 Jährigen erst mal zu Hause zum „Vorglühen“ um dann, schon volltrunken auf dem Stoppelmarkt weiter zu saufen. das ist ehrlich kein Spaß mehr. Jugendschutzgesetz? Ich glaube die meisten Festzeltwirte hier wissen nicht mal , wie das geschrieben wird.
    LG und *pling* auf alle Volksfeste :))
    Anne

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  3. *lach* Herzlich Willkommen
    Für den Fremden mögen die Riten der Aborigenes zunächst reizvoll erscheinen. Auch die, sonst eher fremdenscheuen Eingeborenen, sind in diesen 5 Tagen immer zu einer Auffrischung des seichten Genpools bereit. Verlang allerdings nicht dass sie dich nachher noch grüßen.
    Übrigens 😉
    Was Horst Schlämmer für das “Grevenbroicher Tagblatt” ist, bin ich für den örtlichen Tourismusverein.
    “Immer janz discht dran und knallhart nachjefracht, weisse Bescheid, Schätzelein ?! Un pass auf, dasse nich „Rücken“ kriegst wenn de mit der „wilden Maus“ ne Runde Achternbahn fährst, hinterm Bierzelt !”

    Pling* 🙂 Ich freu mich auf deinen Besuch

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  4. Liebe Anne, ich war die letzte Zeit nur sehr sporadisch im Blog
    Ich denk die Wirte werden schon halbwegs aufpassen –
    aber bei uns ist das ähnlich die Kids bringen sich den Stoff mit und die ersten liegen schon besoffen im Vorgarten bevor im Festzelt der Ausschank überhaupt begonnen hat.
    mlg reinhold

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  5. …inzwischen wird auch der letzte markt-geschädigte wieder nüchtern sein, nehm ich mal an :)) , die letzte stoppeö gemäht…

    solche kollektiven besäufnisse widern mich an…. *beurk* wie die franzosen sagen!

    bisous, l’é-f

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