zum Vorlesen und Erzählen , Die Geschichte von Jack O’Lantern

Herbstzeit ist auch Erzähl- und Vorlesezeit. Da ich für einen Kürbisschnitznachmittag mit Kindern eh Texte zum Vorlesen vorbereitet hab, gibt es heute die Geschichte von Jack O’Lantern. Für alle, die sich sich wieder mal so richtig, kuschelig, gruseln mögen.


Die Geschichte von Jack O’Lantern

Vor vielen hundert Jahren, an einem Abend einige Tage vor Allerheiligen sass Jack, ein geiziger, trunksüchtiger Schmied in seinem Dorf in Irland in einer Kneipe.

Ihm erschien der Teufel und wollte ihn mit hinabnehmen in sein Reich. Jack bot ihm seine Seele an für einen letzten Drink. Der Teufel stimmte zu und verwandelte sich selbst in eine Sixpence-Münze, um den Wirt zu bezahlen. Jack aber steckte die Münze schnell in seinen Geldbeutel und verschloss ihn fest. Und weil er im Geldbeutel ein silbernes Kreuz bei sich trug, konnte der Teufel sich nicht zurückverwandeln. Jack handelte mit dem Teufel: Er liess ihn frei und der Teufel versprach, dass Jacks Seele noch 10 Jahre frei sein solle.

Nach 10 Jahren, in der Nacht vor Allerheiligen, kam der Teufel zurück und wollte Jack nun endlich mit sich nehmen.

Jack bat ihn jammernd um einen letzten Gefallen: „Ich habe so einen Hunger auf einen leckeren, saftigen Apfel“, sagte er listig.
„Pflück mir doch einen von diesem Baum hier, dort oben , den Roten, hach, ich kann schon schmecken wie süß und saftig der wohl ist! Danach will ich ohne murren mit dir gehen“, bettelte er scheinheilig,mit einem treuen Augenaufschlag.

Der Teufel tat ihm den Gefallen und kletterte auf einen Apfelbaum. Jack aber zog blitzschnell sein Messer und schnitzte ein Kreuz in die Rinde des Baumes; da war der Teufel auf dem Baum gefangen – ausser Stande, Jack mit sich zu nehmen. Jack handelte abermals mit dem Teufel: Er entfernte das Kreuz und der Teufel versprach, dass er niemals Jacks Seele holen werde.

Als Jack Jahre später starb, wurde ihm an der Himmelspforte der Zutritt verwehrt, weil er sein Leben lang geizig, falsch und hinterlistig gewesen war. Er wurde zu den Höllentoren geschickt.

Vor dem Höllentor aber wartete schon der Teufel und lachte höhnisch und auch ein wenig ängstlich : „Du hast mich 2 mal genarrt und betrogen und ich versprach dir niemals deine Seele zu holen. Du würdest mir meine braven Teufelchen nur närrisch und aufsässig machen und die Revolution in der Hölle anzetteln. Dabei müssen die schaffen und rackern und das Feuer schüren für die verdammten Seelen. Nein , so einen wie dich ich will dich nicht in der Hölle haben, du bist mir zu gruselig für die Hölle“

Der Teufel schickte ihn zurück woher er gekommen war – und weil es so dunkel, kalt und windig und der Weg so weit war, bekam Jack ein Stück Kohle direkt aus dem Höllenfeuer mit auf den Weg. Er wurde verdammt bis zum Tag des jüngsten Gerichts durch die Welt zu wandern. Dann sollte über sein Schicksal entschieden werden.

Da stand Jack nun vor den Toren der Hölle und das Stück Höllenkohle verbrannte ihm die Finger. Fluchend machte er sich auf den Weg. Bald sah er am Wegrand ein Kind stehen. Es hatte einige Rüben ausgehöhlt und verkaufte sie als Laternen. Jack bat das Kind weinend um eine Rübe, denn die Höllenkohle hatte seine Hände schon sehr verbrannt. Das Kind lächelte mitleidig und legte die Kohle in eine der ausgehöhlten Rübenlaternen.
„Wenn du mir versprichst die bösen Geister zu vertreiben und den Teufel zu verjagen, wo immer er den Menschen Böses will, so will ich gnädig mit dir sein, am Tage des jüngsten Gerichts“. meinte das Kind freundlich und legte seine Hände in Jacks verbrannte Hände, die augenblicklich heil wurden, denn das Kind war niemand anders als Gott.

Jack versprach es voller Reue , nahm seine glühende Kohle in der ausgehöhlten Rübe und machte sich auf. Seitdem wandelt seine verdammte Seele mit der Laterne in den Nächten um Allerheiligen durch die Dunkelheit und vertreibt und jagt das Böse wenn es ihm ansichtig wird;- bis zum Tag des jüngsten Gerichts.

Aus der Rübe wurde im Laufe der vergangenen vielen hundert Jahre ein Kürbis. In den Tagen vor Allerheiligen stellt man die Kürbislaterne vor das Haus…. denn bis zum heutigen Tag trauen sich die bösen Geister und Teufel, die dann unterwegs sind, nicht dort hin, wo Jack O’Lanterns gruselige Kürbislaterne leuchtet.

Jack O’Lantern aber wartet hoffnungsvoll auf den Tag an dem er genug für seine Sünden gebüsst hat und erlöst wird.

© Anne Varnhorn 2006

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