Niemand ist eine Insel

„No man is an island entire of itself;
every man is a piece of the continent, a part of the main.
If a clod be washed away by the sea, Europe is the less,
as well as if promontory were,
as well as if a manor of thy friend’s or of thine own were.
Any man’s death diminishes me, because I am involved in mankind;
and therefore never send to know for whom the bell tolls; it tolls for thee.“

Niemand ist eine Insel, ganz alleine;
jeder ist ein Teil des Kontinents, ein Teil des Ganzen.
Wird ein Teil (Steinchen )(der Küste) vom Meer abgetragen, so ist Europa weniger (kleiner),
so wie es ein Vorgebirge wäre,
so wie es die Villa deines Freundes wäre, oder deine.
Der Tod jedes Menschen nimmt einen Teil von mir, da ich Teil der Menschheit bin;
so frage nie, für wen die Glocke läutet, denn sie läutet für dich.

Aus: Devotions upon Emergent Occasions
von John Donne
22.1. (2.?) 1572 London – 31.3. 1631 London; Geistlicher, Prediger und Lyriker

Ob Ernest Hemingway (Wem die Stunde schlägt), oder J.M. Simmel ( Niemand ist eine Insel)zahlreichen Autoren haben die Worte John Donnes ihren Büchern vorangestellt und sich auch in der Titelgebung davon inspirieren lassen.

Vielleicht habe ich grade dieses Gedicht heute heraus gesucht, weil ich mich so schrecklich alleingelassen fühle? Und doch weiss ich in meinem Inneren, ich habe diese Einsamkeit, dieses Alleinsein doch selbst gewählt, und ich könnte auch den Zeitpunkt bestimmen, diesen Zustand zu beenden? Bin ich wirklich arrogant, wenn ich mich unter vielen Leuten einsam, allein und einfach nicht wohlfühle ?

Niemand ist eine Insel, aber manchmal kommt man auf seiner Lebensreise in sehr einsame und unwirtliche Einöden, auf deren Wegen nur wenige Wanderer unterwegs sind.
Manchmal meint man auch über die Untiefen eines Flusses, den man überqueren muss, führt kein Weg und kein Steg. Aber manchmal, zugegeben recht selten, begegnet man in der Einsamkeit auch Menschen, die den Weg durch die Trostlosigkeit kennen und dich Brückenbauen lehren.

Stimmt wohl, Niemand ist eine Insel, doch es gibt einsame Pfade auf dieser Welt.

8 Gedanken zu “Niemand ist eine Insel

  1. Ach, Tara-Anne!

    Bei Dir findet man Ruhe um sich mit den wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu beschäftigen.

    Es hat vermutlich weniger mit Arroganz als mit einem Selbstverständnis zu tun, dass man nicht bereit ist aufzugeben. Sei versichert die einsamsten Stunden meines Lebens verbrachte ich in Massen von Menschen!

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  2. tja, da sind wir uns ja einig, nur manchmal will der so „sehr gebrauchte“ einfach nicht auf die Insel und lieber ein wenig auf dem weiten Meer forschen. Ich bin nur schwer zu trösten in diesen Tagen , verzeih , und Dank für deinen Kommentar.

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  3. Ich hab mal irgendwann geschrieben das ich mich wohl am einsamsten fühle,selbst in einer Menschenmasse, wenn ich mich selbst aus den Augen verloren hab. ein wenig ist das jetzt wohl so.
    LG Anne

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  4. Lieber Reinhold, eigentlich bin ja auch schon ein echter Alleinseinprofi, nur im Moment fällt es mir schwer allein zu sein und doch kann ich auch nicht gut unter Menschen gehen. Es wird schon wieder besser werden, irgendwann, es wird immer besser, oder?
    mlg Anne

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  5. Meine liebe Anne,
    das hört sich so traurig an, und viele wissen sicher wie es dir dabei ergeht.
    Was will man sagen, zum Trost? Kann man überhaupt daüber trösten?
    Das es nachlassen wird, brauche ich dir sicher nicht zu sagen, das weißt du selber nur zu gut. Aber in diesen Tagen an denen man sich so fühlt, so einsam unter Menschen, die sind ein Sprungbrett in dei echt schönen Tage :o)
    Ich erzähl dir nen Witz, nen schöööönen schmutzigen, da lachste sicher wieder

    Kommt ne Nonne 😉 zum Frauenarzt und sagt.

    „Herr Doktor, immer wenn ich meine Periode habe,
    kommen bei mir unten Briefmarken raus“

    Der Arzt ist natürlich verdutzt und kann aber nichts feststellen. Er bittet die Klosterfrau nochmal wieder zu kommen wenn sie ihre Tage hat.

    Gesagt getan.
    Die Nonne erscheint während ihrer Periode, der Arzt untersucht sie und sagt lächelnd.
    „Meine gute Frau, das sind keine Briefmarken.
    Das sind Etiketten von Chiqitta Bananen

    Pfui Mauzzz, pfuiiiii

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  6. Einsamkeit bei Wikipedia

    In der Aufklärung wird Einsamkeit oft positiv gewertet als Rückzug des Menschen aus dem hektischen Alltag zum Zwecke geistiger Aktivität und Selbstbesinnung. Die Epoche der Empfindsamkeit und die Romantik sieht im Einsamen mehr den schwermütig-melancholischen, in seine eigene Innerlichkeit sich zurückziehenden Menschen, der sich den derben Zumutungen einer verständnislosen und oberflächlichen Außenwelt zu entziehen sucht. Gerade durch diesen Rückzug eröffnet sich aber zugleich die Möglichkeit des aufmerksamen, differenzierten In-sich-Hineinhörens im Dienste der Selbstvergewisserung über das eigene Ich. Ein Beispiel ist Goethes „Werther“, der gerade durch seinen Egozentrismus und den Abstand zu bürgerlichen Konventionen und Moralvorstellungen sein gestalterisch-schöpferisches, autonomes Ich entfaltet, der aber letztendlich darunter leidet, sich mit keinem anderen Menschen (außer mit Kindern) identifizieren zu können.

    Du bist zwar allein, aber einsam?

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