Geld und andere Reichtümer

Es geht mir finanziell nicht gut, das kann ich glaub ich sagen .Wir leben am Existenzminimum.

Trotzdem kann ich mich selbst nicht als „arm“ sehen. Ich habe satt zu essen, ein Dach über dem Kopf, die soziale und medizinische Grundversorgung ist trotz aller Einschränkungen immer noch gut und das wichtigste, ich lebe in Freiheit, in einem der reichsten Länder der Erde. Ich habe Freunde und Familie, eine Anzahl Talente und Vorlieben, denen ich nachgehen kann. In diesem Land kann ich sehr viele Weltanschauungen Religionen und Philosophien leben, ohne das ich fürchten müsste dafür verfolgt, eingesperrt oder gar getötet zu werden. Ich lebe in einem Land in dem keine Bomben nachts den Schlummer meines Kindes stören und in dem ein Mindestmaß an Bildung Plicht ist.

Nein, ich bin wirklich nicht arm, ich habe nur wenig Geld!

Ehrlich gesagt finde ich nicht, das ein gutes Leben eine Frage des Geldes ist. Ein besseres vielleicht, aber ein gutes? Für ein gutes Leben sind die Mindestvoraussetzungen gegeben,in diesem unseren Lande, und für jedes „Mehr“ an Lebensqualität braucht man nicht unbedingt Geld, da ist dann vielleicht auch mal die Eigeninitiative gefragt.

Was sonst, als diese guten Mindestvoraussetzungen, lockt denn so viele Einwanderer ins kalte, fremdenfeindliche Deutschland?

Was meint ihr denn? Ist für euch Deutschland noch lebenswert? Wo würdest Ihr lieber leben, was müßte sich ändern? Wie hoch ist euer Anspruch an euer Land? Was seid ihr bereit für die Erfüllung dieses Anspruches in Kauf zu nehmen?

11 Gedanken zu “Geld und andere Reichtümer

  1. Liebe Anne,

    man kann dir nur zustimmen. Es werden Dir auch einige zustimmen, die nicht genau wissen, wovon du sprichst, wenn du sagst, wenig Geld zu haben.
    Denn was wirkliche Lebensqualität ist, ahnen vermutlich viele. Für mich gibt es das Kriterium der Freiwilligkeit. Wenn jemand freiwillig verzichtet und sich als Aussteiger irgendwo niederlässt, weiß er, dass er auch anders leben könnte. Doch wer schlicht nicht anders kann, hat größere Schwierigkeiten, sein Leben gut zu finden.
    Du benennst auch einen weiteren Punkt, die Bildung, die Fähigkeiten, über die du verfügst. Das ist ein Privileg. Und deine Talente könntest du nirgendwo kaufen.
    Zu ihnen beglückwünsche ich Dich.

    Lieben Gruß
    Jules

    *pling*

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  2. „Ist für euch Deutschland noch lebenswert?“

    auf jeden fall, ich lebe besser als menschen in den meisten anderen ländern.

    „Wo würdest Ihr lieber leben, was müßte sich ändern?“

    Politik etc. müsste sich sicher ändern, aber es müsste sich schon viel ändern, dass ich lieber woanders leben wollte.

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  3. Es wäre gelogen wenn ich sagen würde, das ich nicht auch manchmal bitter bin über die finazielle Situation. Denn ich bin ja kein freiwilliger Aussteiger.
    Ich hatte auch mehrmals in meinem Leben die Chance in einem anderen Land zu arbeiten und zu leben. Ich habe mich in keinem dieser Länder fremd gefühlt, und in jedem Freunde gefunden. Allerdings war und bin ich nach Aussage dieser Freunde auch nicht „typisch deutsch“. Meine Mutter war Rheinländerin, mein Vater hat niederländische Vorfahren, also geh ich mal davon aus, das in meinem genetischen Code genauso viele „deutsche“ Gene sind wie welche aus anderen Ländern Europas. Trotzdem lebe ich gern in Deutschland und hier sind meine Wurzeln.
    darauf ein *pling* mit selbstgezogenem deutschen Pfefferminztee.;)
    Anne

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  4. Ich finde, die Frage, ob Deutschland für uns noch lebenswert ist, ist etwas ungünstig, denn es kommt immer auf den Standpunkt an. Dazu müsste man definieren, was „lebenswert“ heißt, da das ja äußerst subjektiv ist. Und dann kommt man auch wieder zu dem Problem mit der Medaille. Du findest überall Dinge, die das Leben in manchen Situationen nicht lebenswert scheinen lassen mögen. Aber es geht auch noch viel schlimmer, wie du ja selbst gesagt hast.
    So. Quintessenz des Ganzen…? Ich fühle mich nicht als Deutsche heimisch. Aber woanders noch weniger.
    Ich möchte in meinem eigenen Staat leben. Obwohl, mein kleines autarkes Städtchen würde mir schon reichen. *gg*
    Nicht, weil ich dann vielleicht die Macht hätte, irgendwem zu sagen, was er zu tun und zu lassen hat, sondern weil ich mir die Leute aussuchen würde, die da reindürfen. Aber nach Charakter und nicht nach Aussehen. Die Frage ist, wieviel Böses steckt in jedem von uns? Denn jeder hat eine dunkle Seite, denke ich. Anders geht es ja kaum, oder? Und dann ist die nächste Frage, wann dieses Böse zutage tritt, was passieren muss, um eine Kurzschlussreaktion auszulösen. Mmh. Na ja, ich sollte lieber ins Bett gehen. ;D
    Also an alle Nachteulen: Noch einen schönen Abend, an alle Vernünftigen: Träumt schön.

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  5. Ich bin in dieses Land hineingeboren und habe es mir nicht ausgesucht. Mit den Verhältnissen hier bin ich aufgewachsen. Meine familiären Verhältnisse im Kindesalter waren nicht gerade mit Geldsegen versehen; meine Eltern hatten häufig Geldsorgen. Das kenne ich von Kindesbeinen an.

    Durch viele Reisen, die mein Mann mit mir unternommen hat – anfangs meist mit Zelt oder Klappanhänger – habe ich einige europäische Länder kennengelernt. Da konnte ich feststellen, was -zumindest auf den ersten und flüchtigen Blick- anders war und mir in Deutschland besser gefiel.

    Ich bin mit vielen Entwicklungen, die hier gerade in der Politik vor sich gehen, nicht einverstanden. Ich habe nicht das Gefühl, daß es hier wirklich demokratisch zugeht (schon das Wort „Fraktionszwang“ schließt für mich Demokratie aus – ein Zwang kann nicht demokratisch sein), und von einem sozialen Rechtsstaat kann man derzeit auch nur verhalten reden, denke ich. Ich würde mir wünschen, daß die Politik mal wieder zurückfindet zu den Menschen, anstatt sich nur von der Wirtschaft in Anspruch nehmen zulassen.

    Noch ist die Grundversorgung einigermaßen gewährleistet. Aber es steht viel auf dem Spiel derzeit, wie ich finde.

    Die finanzielle Situation ist schon eine Grundlage; ich denke, da darf man sich nichts vormachen. Daß man ein Dach über dem Kopf haben kann, setzt voraus, daß man die Miete zahlen kann. Die Heizung anzustellen im Winter ist notwendig – und muß bezahlt werden. Auch das tägliche Brot schenkt einem niemand.

    Um glücklich zu sein, sind sicher andere Faktoren genauso wichtig; vielleicht wichtiger (aber das sage ich mit Einschränkung; ich war nie obdachlos). Die Familie,Freunde – Liebe! Bestätigung, eine gewisse Freiheit. Das kann man (und dazu gehört immer und überall Glück und die Tatsache, daß man auch daran arbeitet, etwas von sich selbst gibt und andere annimmt usw.)überall auf der Welt finden und ist sicher nicht an Deutschland gebunden.

    Aber: Deutschland ist mein Heimatland. Ich möchte nicht auswandern, weil es Schwierigkeiten und Probleme gibt. Man muß daran arbeiten, vielleicht mal seine Meinung sagen, zu einem Dialog bereit sein. Es ist nicht immer leicht, einen Weg dorthin zu finden, und sicher verhallen viele Stimmen ungehört. Ich denke, man muß versuchen, sich Gehör zu verschaffen. Und auf die eine oder andere Weise gelingt es vielleicht, ohne daß man davon sofort etwas merkt. Viele Dinge geschehen langsam, aber stetig.

    Deine Fragen beinhalten eine Menge Schreibstoff, denke ich. Aber ich ende mal hier und hoffe, mich einigermaßen verständlich gemacht zu haben :)!

    Liebe Grüße, Silke

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  6. naja, du weißt: ich suche nach unserem aussteigerhaus in spanien am strand. im notfall meckpom.
    sobald ich soviel gearbeitet habe, dass entweder genug geld oder mein herzinfarkt da ist, geht es los. und dann mit hunden und pferden und schafen und gänsen und und und

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  7. Ich denke die persönliche Freiheit ist direkt an den Geldbeutel, nein eigentlich das darin liegende Geld, gebunden. Und obwohl Deutschland ein so freiheitliches und demokratisches Land ist, kommt es mir so vor, dass Millionen von Menschen in ihren bis zu 75 qm großen Wohnungen isoliert sind.
    Über Lebenswertigkeit in Deutschland kann ich nichts sagen – schließlich habe ich in diesen 10 Jahren nichts von Deutschland gesehen. Dabei ist Deutschland so vielseitig: fährt man in eine 50 Kilometer entfernte Stadt sprechen die dortigen Einwohner schon eine etwas andere Sprache.
    Das Wetter in NRW macht mir etwas zu schaffen – Pissbrühe an gefühlten 380 Tagen im Jahr. Wobei Pissbrühe den Erdbeben, Überschwemmungen und sonstigen Naturkatastrophen vorzuziehen ist.

    Wenn ich Geld hätte, würde ich vielleicht nach Franken ziehen. Ich glaube sie haben dort ein ausgeglichenes Wetter mit weißen Wintern und heißen Sommern. Aber eigentlich handhabe ich es nach einem Spruch: dort ist es gut wo man nicht ist.

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  8. hallo liebe Anne,

    Deutschland – ich bin hier geboren, viel rumgekommen aber lebe jetzt im bayrischen Exil – aber jetzt zu deiner Frage:
    1. solange meine pers. Freiheit gewährt ist kann ich hier leben
    2. wohin ? wüsste kein anderes Land , es gibt zwar Länder mit besserem Wetter, schönerer Landschaft aber für mich ist die Sprache wichtig und ich bin halt zum Sprachen lernen zu faul also muß ich wohl hier bleiben.

    Geld und Glück – denke man kann auch mit wenig glücklich.
    sein nur mit etwas finanzieller Sicherheit ist es leichter.

    Ändern – denke der Staat sollte sich aus allem zurückziehen was auch ohne ihn läuft.

    Auswandern – wenn es noch weiter nach rechts geht könnte es irgendwann nötig sein – aber zuerst sollten wir versuchen unser Land auf einem freiheitlichen Kurs zuhalten.

    mlg reinhold

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  9. Ich danke euch allen für die ausführlichen Kommentare . Leider habe ich seit gestern ein derart depressives Tief, das es mir schwerfällt auf alle zu antworten, zumal sie alle so ausführlich und differenziert sind das sie auch eine ausführliche Antwort verdienen.

    Aber ich bin wirklich angeschlagen heute und deshalb bitte ich euch einfach um etwas Nachsicht.

    ganz liebe Grüße und *Pling*
    Anne

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  10. Mich wundert es üüüberhaupt nicht das du es so siehst, und absolut Recht hast du damit.
    Reichtum hat für mich auch nichts mit viel Geld zur Verfügung zu haben zu tun.
    Wenn wir uns mit unseren Kindern und Partner gut verstehen, wenn wir uns achten, uns austauschen, und uns beiseite stehen sind wir reich, wenn meine Krähen mich in den Arm nehmen und mich herzen und sagen wie lieb sie mich haben,,,dann bin ich eine Königin.
    Ich bin mit meinem Heimatland verwurzelt, für mich käme eine Auswanderung nicht in Frage. Ich fühle mich hier recht sicher und gut aufgehoben …ein tolles Thema liebe Anne, eins bei dem man gerne etwas kommentieren möchte und nicht nur stillschweigend ,nickend und bejaend liest 😉

    Hab einen schönen Abend, sei ganz fest gegrüßt,
    mauzzzz

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  11. „Ist für euch Deutschland noch lebenswert?“

    was ist in anderen Länder besser als uns? Wir haben schöne Landschaften, es gibt viele sehr nette Menschen in diesem Land. Wir leben in einer Demokratie, in der wir uns frei bewegen können. Wir haben zu essen, ein Dach über dem Kopf, Religionsfreiheit und können uns politisch engagieren. Wir haben (noch) ein sehr gutes soziales Netz und wir leben in relativ gemäßigten Witterungsbedingungen (keine größeren Beben, Hurricans etc).

    Ich wurde in Deutschland geboren und bin hier aufgewachsen. Dies hat für mich einen tieferen Sinn. Sicherlich sehne ich mich manchmal auch in ein anderes Land, in eine andere Region, allerdings kenne ich diese tollen Erlebnissse nur aus Urlaub und nicht in Verbindung mit alltäglichen Problemen. Was ist dein Lieblingsessen? Stell Dir vor, du hättest es jeden Tag…und nur an unseren Problemen können wir wachsen.

    Liebe Grüße

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