Sex sells !

Seit einigen Tagen gibt es einen erotischen Bibelkalender.
Info hier
Ja, einen Kalender, dessen Inhalt dem Benutzer biblische Themen nahe bringen soll. Biblische, nackte Tatsachen sozusagen, und der „erotische Bibelkalender“ der Evangelischen Jugend von Katzwang bei Nürnberg hat Erfolg: Bislang wurden schon über 2000 Stück verkauft, die erste Auflage ist wohl vergriffen. Die Reaktionen in der Rubrik ‚Lob/Kritik‘ der Internetpräsenz des Kalenders, waren allerdings wohl so „überbordend“, das der Link geschlossen wurde.

Wie dem auch sei, das Ziel Geld in die Kassen der evangelischen Kirche in Katzwang zu bringen ist erreicht! Sex sells, hat sich mal wieder als goldene Regel des Verkaufs herausgestellt! Der Zweck heiligt die Mittel!

Dabei ist die Darstellung nackter Menschen in religiöser Kunst ein ganz alter Hut, ja, Menschendarstellungen vor allem nackt waren über viele Jahrhunderte nur erlaubt, wenn man dem Ganzen ein „religöses Mäntelchen“ um hing und das Thema der Darstellung ein biblisches Motiv zeigte, eine Ausnahme wurde allenfalls noch bei Sagen -und -Mythengestalten gemacht. In dieser Hinsicht bewegen sich die Macher des Kalenders ja fast auf „historischem Boden“.
Aber—–, ja, jetzt kommt mein Aber, heute ist die, wie auch immer als erotisch verstandene, Darstellung menschlicher Nacktheit, gar nichts besonderes mehr, nein, eher im Gegenteil, ist es doch fast etwas besoderes wenn, was auch immer, mal „angezogen“ verkauft wird. Ich kann der „Nacktheit“ ja gar nicht mehr entkommen, sie drängt sich mir in mein Blickfeld, wo immer ich bin, was immer ich tue. Nacktheit ist Alltag!
Ob Reizwäsche beim Kaffeeröster oder Autoreifen, ob Kosmetik, Kleidung, Schokolade, Schnaps, Babypflege ect.pp.immer und überall wird mir mindestens eine nackte Brust entgegen gereckt. Ich kann ihr nicht entkommen, der Nacktheit. Dabei gehe ich nicht davon aus, das die westliche Weltbevölkerung sich schleichend zu Exibitionisten und Voyeuren entwickelt hat. Nein, den Machern unser Werbung fällt, glaub ich, nix anderes mehr ein. „Sex sells“ hat sich millionenfach bewährt, die gehen einfach auf „Nummer sicher“. „Never change a winning Team“, und warum bitte, soll ich das Risiko eingehen, auf meinem Produkt sitzen zu bleiben, wenn ich es, um und mit nackter Haut drappiert, garantiert loswerde.
Den Machern des „Bibelkalenders“ ist das alte Werbeprinzip also nicht übel zu nehmen.

Nur: Bitte, bitte, verschont mich mit irgendwelchen Plattitüden zur Rechtfertigung, liebe Katzwangener Bibelkalendermacher. Weder „nackt wie Gott sie schuf“, noch den überaus dehnbaren Begriff „Kunst“ möchte ich in diesem Zusammenhang strapaziert sehen. Ja , eigentlich bleibt auch das „erotische“ an eurem Kalender für mich ein Geheimnis. Seid einfach mal ehrlich und rückt mit der nackten Wahrheit heraus. Ihr wolltet möglichst viel verkaufen, alles andere war mehr oder weniger egal.
Ok, gelungen, liebe Katzwanger, und nächstes Jahr versucht es mal mit echter Kultur!

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