Lieblingsgedichte im November

DIE ROSE

Als sich die Rose erhob, die Bürde
Ihres Blühens und Duftens zu tragen
Mit Lust :
Hat sie, dass es der letzte sein würde
Von ihren Tagen,
Noch nicht gewusst.

Nur, dass sie glühender noch werden müsste,
Reiner und seliger hingegeben
Dem Licht
Spürte sie – ach, dass zum Tode sich
rüste
So wildes Leben,
Bedachte sie nicht…….

Als dann am Abend mit Mühe
der Stängel
Ihre hingeatmete Süße
Noch trug,
Hauchte sie fallend dem kühlen Engel
Welk vor die Füße:
‘War es genug ? ´
Eugen Roth

***

TROST

Du weißt, daß hinter den Wäldern blau
die großen Berge sind .
Und heute nur ist der Himmel grau
Und die Erde blind.

Du weißt, daß über den Wolken schwer
Die schönen Sterne stehn,
Nur heute ist aus dem goldenen Heer
Kein einziger zu sehn.

Und warum glaubst du dann nicht auch,
Daß uns die Wolke Welt
Nur heute als ein flüchtiger Hauch
Die Ewigkeit verstellt ?

Eugen Roth

***

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