Der Lauf der Welt

Weltlauf
Ein Mensch, erst zwanzig Jahre alt,
Beurteilt Greise ziemlich kalt
Und hält sie für verkalkte Deppen,
Die zwecklos sich durchs Dasein schleppen.
Der Mensch, der junge, wird nicht jünger:
Nun, was wuchs denn auf seinem Dünger?
Auch er sieht, daß trotz Sturm und Drang,
Was er erstrebt, zumeist mißlang,
Daß, auf der Welt als Mensch und Christ
Zu leben nicht ganz einfach ist,
Hingegen leicht, an Herrn mit Titeln
Und Würden schnöd herumzukritteln.
Der Mensch, nunmehr bedeutend älter,
Beurteilt jetzt die Jugend kälter,
Vergessend frühres Sich-Erdreisten:
„Die Rotzer sollen erst was leisten!“
Die neue Jugend wiedrum hält …
Genug – das ist der Lauf der Welt!

Eugen Roth

Ja , leider, oder,besser, Gott sei Dank, denn man bedenke die Alternative, 😉 , gehöre ich wohl auch schon zu den älteren Semestern. Dabei merkt man gar nicht wie man älter wird, eh man sich versieht sitzt man bei Familienfeiern bei den ‚Alten‘, und schaut seinen erwachsenen Kindern zu. Deshalb füge ich gleich noch ein Eugen – Roth – Gedicht an, das die Gedanken, ‚was wäre wenn ?‘ besser beschreibt als ich es könnte.

Methaphysisches
Ein Mensch erträumt, was er wohl täte,
wenn wieder er die Welt beträte.
dürft er zum zweiten Male leben,
wie wollt er nach dem Guten streben
Und streng vermeiden alles Schlimme!
Da ruft ihm zu die innre Stimme:
„Hör auf mit solchem Blödsinn, ja?!
Du bist zum zwölften Mal schon da!“

In diesem Sinne einen schönen Abend noch allen meinen Lesern und bleibt noch ein bissel da!

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